Urplötzlich stellte sich mir die Frage wozu es eigentlich Steigbügel gibt? Sicher, dachte ich, sind sie zum Springen gedacht und natürlich für den leichten Sitz… doch dann erinnerte ich mich daran, dass man Sprünge in der Hohen Schule (zum Beispiel an der Spanischen Hofreitschule in Wien) ohne Bügel reitet. Das machte für mich alles irgendwie keinen richtigen Sinn und so beschloss ich der Sache mal auf den Grund zu gehen!
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Wikipedia definiert den Steigbügel als „Fußstütze für einen Reiter“. In seiner einfachsten Funktion stimmt der oben genannte Wiki-Quote sicherlich auch, allerdings hat der Steigbügel nach ganz andere Funktionen. Wird beispielsweise vermehrt Gewicht auf den Bügel gelegt, entsteht der sogenannte Bügeltritt. Francois Robichon de la Guérinière, hat die Funktion des Bügeltrittes für uns zusammengefasst:
„Die Hülfe des Steigbügelrittes endlich ist unter allen Hülfen die gelindeste. Die Schenkel dienen alsdann zum Gegenwicht, um die Hanken wieder zu richten, und das Pferd gerade zwischen die beiden Schenkeln zu erhalten. Diese Hülfe setzt bei einem Pferd viel Gehorsam und Empfindlichkeit voraus, weil es durch den stärkeren Tritt auf den einen oder anderen Steigbügel hervorbringt, bestimmt wird, demselben zu gehorchen. Man tritt auf den äusseren Steigbügel, um ein Pferd nach der inneren Seite zu treiben, oder es seitwärts gehen zu lassen. Auf den inneren tritt man, um ein Pferd gerade zu erhalten, das zu sehr nach innen drängt; oder aber man tritt gleich stark auf beide Steigbügel, um dem Pferde bemerklich zu machen, dass es seinen Gang beschleunige, wann es sich zu viel zurückhält.“ (Guerinière, Reitkunst, Olms, 1999, S. 166).
Der Bügeltritt, je nachdem wie er ausgeführt wird, dient mehreren Funktionen:
- Unterstützt unsere GewichtshilfeVeranlasst das Herantreten des jeweiligen Hinterbeines
- Treten wir mit dem gesamten Fußballen in den Bügel, heben wir unser Körpergewicht etwas aus dem Sattel und können so den Bewegungen des Pferdes besser folgen
- Belasten wir nur die Innenseites unseres Ballens, wird die Wadeninnenseite gespannt, was unterstützend zu unserer Gewichtshilfe wirkt.
- Wenn wir die Außenseite des Ballens belasten, wirkt dies seitwärts-treibend. Außerdem ist diese Art des Bügeltrittes wichtig für den Versammlungsgrad des Pferdes (unterstützt dient Hankenbiegung des Pferdes).
Die meisten Informationen zu diesem Blog habe ich von Alexandra Datko’s webiste Piaff.de. Sie ist sehr informativ und es lohnt sich dort mal reinzugucken.
Es ist aber zu beachten, dass man erst lernen muss die Steigbügel richtig zu benutzen. Im Idealfall sollte sich bei Gebrauch der Steigbügel, der Oberschenkel leicht nach innen biegen, was wiederum dazu führt, dass die Innenseite des Knies leichten Kontakt (Kniedruck) zum Pferdekörper bekommt. Die richtige Position des Beines und das Fußese sind hierbei auch sehr wichtig. Am besten kontrolliert man sich immer wieder selbst und/oder hat einen guten Bekannten, der einem dabei hilft.
References:
http://www.piaff.de/Artikel/PDF/FriesenJ_A-M-J_2011.pdf
http://www.piaff.de/Artikel/PDF/Fit%20auf%20den%20Friesen10-12_2010.pdf
